Blau und Goldgelb erstrahlt die Stadt Sur, am Golf von Oman und ca. 150 km von der Hauptstadt des Landes entfernt gelegen. Hier scheint die Zeit in der malerischen Hafenstadt mit bewegter Vergangenheit still zu stehen. Die antike Hafenstadt, in der einst der Handel mit Ostafrika und Indien blühte. Bei Sonnenuntergang am idyllischen Meer dürfen sich Besucher einer Arabien-Reise gedanklich zurückversetzen lassen. In eine Zeit, die sie sonst nur aus historischen Abenteuerfilmen oder Romanen kennen. Schon im 6. Jahrhundert galt Sur im Sultanat Oman als Haupthafen für den Ostafrika-Handel. Eine weitere große Blütezeit der Übersee-Handelsaktiven wird in das 16. Jahrhundert datiert, wobei sich in dieser Zeitperiode auch die Türen für den Handel mit Indien öffneten.
Portugiesen, Engländer und Wahabiten beeinflussten das Schicksal der Lagunenstadt. Noch heute hat die Stadt nichts von ihrem Seefahrer-Charme verloren, die traditionellen Dhau-Schiffe, mit denen es einst auf die hohe See hinaus ging, schunkeln hier in der malerischen Bucht vor sich hin. Bis zum Jahr 1998 erfüllte die Lagune Khor al-Batah ihren Zweck als natürlicher Hafen, an dem im Laufe der Jahrhunderte große Handelsschiffe anlegten.
Sur, die malerische Hafenstadt Arabiens
Wirtschaftlich hat die Stadt am Golf von Oman neue Meilensteine gelegt, wie sich eindrucksvoll mit dem modernen Fischerhafen etwas außerhalb der Stadt, einer Anlage für die Verflüssigung von Erdgas, einem Kraftwerk und einer Meerwasserentsalzungsanlage zeigt.
Sehenswürdigkeiten in Sur
Touristisch offenbart sich Sur als historisches Kleinod mit reizvollen Landschaftsbildern und traditioneller arabischer Architektur. Sur bietet Urlaubern ein einmaliges Panorama aus türkisblauem Meer, hellblauem Himmel, weißen Häusern und goldgelbem Wüstensand und ist ideal, um eine gemütliche Auszeit mit orientalischem Flair zu nehmen.
Die Dhau-Werften in der großen Lagune zählen zu den Besuchermagneten auf Oman-Reisen, hier kann jeder sich ein Bild vom Schiffsbau in Handarbeit machen. Im Jahre 1920 wurde der offizielle Dhau-Bau eingestellt, das letzte Schiff mit Namen Fatah al-Khair dient heute als Denkmal an die ehrwürdige Baukunst und ist in eine grüne Parklandschaft eingebettet. Dhaus werden noch vereinzelt für die Fischer gebaut, bei deren Entstehung dürfen Touristen auch gerne einen Blick über die Schulter werfen oder sie informieren sich im Schiffbaumuseum der Stadt über den einzigartigen Dhau-Bau. Wer von soviel Wasser, Fischersleuten und sonniger Meeresluft Appetit bekommt, der wird in den authentischen Restaurants oder auf dem Fischmarkt von Sur mit fangfrischen Meeresspezialitäten verwöhnt.
Dennoch bleibt Sur nicht in der Vergangenheit stecken, sondern investiert in die Zukunft. Die Entwicklung zu einem wichtigen regionalen Zentrum im Oman wurde mit neuen Technologien wie einer Gasverflüssigungsanlage, einer Meerwasserentsalzungsanlage sowie einem Kraftwerk vorangetrieben. Der neue Hafen befindet sich heute direkt vor der Stadt, von hier aus starten die Fischer, um ihre Netze auszulegen.
Mit der Fähre erkunden Besucher auf Oman-Reisen auch die umliegenden Stadtteile wie zum Beispiel Ayjah, um historische Gassen und Häuschen zu bewundern, die an Authentizität noch immer nichts verloren haben. Von Sur aus in Richtung Osten befindet sich der Fischerort Ras al-Hadd. Die Küstengebiete von Ras al-Hadd bis nach Ras al-Khabba zählen zu den wichtigen und bewachten Naturschutzgebieten, da sich hier die Meeresschildkröten zum Brüten niederlassen.
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