Blau und Goldgelb erstrahlt die Stadt Sur, am Golf von Oman und ca. 150 km von der Hauptstadt des Landes entfernt gelegen. Hier scheint die Zeit in der malerischen Hafenstadt mit bewegter Vergangenheit still zu stehen.
Die antike Hafenstadt, in der einst der Handel mit Ostafrika und Indien blรผhte. Bei Sonnenuntergang am idyllischen Meer dรผrfen sich Besucher einer Arabien-Reise gedanklich zurรผckversetzen lassen. In eine Zeit, die sie sonst nur aus historischen Abenteuerfilmen oder Romanen kennen.
Schon im 6. Jahrhundert galt Sur im Sultanat Oman als Haupthafen fรผr den Ostafrika-Handel. Eine weitere groรe Blรผtezeit der รbersee-Handelsaktiven wird in das 16. Jahrhundert datiert, wobei sich in dieser Zeitperiode auch die Tรผren fรผr den Handel mit Indien รถffneten.
Portugiesen, Englรคnder und Wahabiten beeinflussten das Schicksal der Lagunenstadt. Noch heute hat die Stadt nichts von ihrem Seefahrer-Charme verloren, die traditionellen Dhau-Schiffe, mit denen es einst auf die hohe See hinaus ging, schunkeln hier in der malerischen Bucht vor sich hin. Bis zum Jahr 1998 erfรผllte die Lagune Khor al-Batah ihren Zweck als natรผrlicher Hafen, an dem im Laufe der Jahrhunderte groรe Handelsschiffe anlegten.
Sur, die malerische Hafenstadt Arabiens
Die Stadt am รถstlichen Hadjargebirge ist etwa 150 km von Maskat entfernt. Direkt an Sur grenzt die Lagune Khor al-Batah an. Was heute kaum vorstellbar ist, war in der Vergangenheit Realitรคt: Gigantische Handelsschiffe legten zu Hunderten in der Bucht an und die Stadt verwandelte sich in eine gesellige quirlige Handelsplattform.
Direkt an der Lagune finden sich die bedeutenden Sehenswรผrdigkeiten der Stadt, die im gesamten Oman einen zentrale Rolle einnehmen: Die Dhau-Werften mit angeschlossenem Museum geben Einblicke in den handwerklich aufwendigen Bau der traditionellen Seehandelsschiffe, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts offiziell eingestellt wurde, da auch die groรen Seefahrerzeiten gegen Ende des 19. Jahrhunderts vorbei waren. An dieser Entwicklung hatte auch die Erรถffnung des Suezkanals 1869 einen bedeutenden Anteil.
Wirtschaftlich hat die Stadt am Golf von Oman neue Meilensteine gelegt, wie sich eindrucksvoll mit dem modernen Fischerhafen etwas auรerhalb der Stadt, einer Anlage fรผr die Verflรผssigung von Erdgas, einem Kraftwerk und einer Meerwasserentsalzungsanlage zeigt.
Sehenswรผrdigkeiten in Sur
Touristisch offenbart sich Sur als historisches Kleinod mit reizvollen Landschaftsbildern und traditioneller arabischer Architektur. Sur bietet Urlaubern ein einmaliges Panorama aus tรผrkisblauem Meer, hellblauem Himmel, weiรen Hรคusern und goldgelbem Wรผstensand und ist ideal, um eine gemรผtliche Auszeit mit orientalischem Flair zu nehmen.
Die Dhau-Werften in der groรen Lagune zรคhlen zu den Besuchermagneten auf Oman-Reisen, hier kann jeder sich ein Bild vom Schiffsbau in Handarbeit machen. Im Jahre 1920 wurde der offizielle Dhau-Bau eingestellt, das letzte Schiff mit Namen Fatah al-Khair dient heute als Denkmal an die ehrwรผrdige Baukunst und ist in eine grรผne Parklandschaft eingebettet. Dhaus werden noch vereinzelt fรผr die Fischer gebaut, bei deren Entstehung dรผrfen Touristen auch gerne einen Blick รผber die Schulter werfen oder sie informieren sich im Schiffbaumuseum der Stadt รผber den einzigartigen Dhau-Bau.
Wer von soviel Wasser, Fischersleuten und sonniger Meeresluft Appetit bekommt, der wird in den authentischen Restaurants oder auf dem Fischmarkt von Sur mit fangfrischen Meeresspezialitรคten verwรถhnt.
Dennoch bleibt Sur nicht in der Vergangenheit stecken, sondern investiert in die Zukunft. Die Entwicklung zu einem wichtigen regionalen Zentrum im Oman wurde mit neuen Technologien wie einer Gasverflรผssigungsanlage, einer Meerwasserentsalzungsanlage sowie einem Kraftwerk vorangetrieben. Der neue Hafen befindet sich heute direkt vor der Stadt, von hier aus starten die Fischer, um ihre Netze auszulegen.
Mit der Fรคhre erkunden Besucher auf Oman-Reisen auch die umliegenden Stadtteile wie zum Beispiel Ayjah, um historische Gassen und Hรคuschen zu bewundern, die an Authentizitรคt noch immer nichts verloren haben. Von Sur aus in Richtung Osten befindet sich der Fischerort Ras al-Hadd. Die Kรผstengebiete von Ras al-Hadd bis nach Ras al-Khabba zรคhlen zu den wichtigen und bewachten Naturschutzgebieten, da sich hier die Meeresschildkrรถten zum Brรผten niederlassen.